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Warum ist Kontrolle gut, Vertrauen aber besser?

Anlässlich der Einführung der Vertrauensarbeitszeit in der GFA fragt Leila Cehajic bei ihrer Geschäftsführerin Sandra Wust genauer nach. Sie selbst freut sich sehr über die Chance, als berufstätige Mutter von drei Kindern Beruf UND Familie nicht nur zu vereinbaren, sondern durch die gewonnene Flexibilität ENTSPANNT unter einen Hut zu bringen!

Leila Cehajic: Deine eigene Work-Life-Balance scheinst Du im Griff zu haben. Gelingt es Dir auch in diesen besonderen Zeiten mit Corona und Homeschooling, Deine schulpflichtigen Kinder, Privatleben und Arbeit in Einklang zu bringen?

Sandra Wust: Die erste Woche des Homeschooling verlief bei uns absolut chaotisch, weil ich von morgens bis abends mit der Eingrenzung innerbetrieblicher Folgen der Corona-Pandemie beschäftigt war und einfach keine Zeit für die Kinder hatte. Die Folge war, dass wir den Grundschulstoff am Wochenende nachholen mussten und es dann sehr viel auf einmal war. Mittlerweile sind wir aber gut eingespielt. Vor der Arbeit drucke ich dem Kleinen alles aus und wir besprechen kurz, was zu tun ist. Nach der Arbeit sehen wir uns gemeinsam an, wie er die Aufgabenstellungen gelöst hat. Gerade kommt es mir sehr entgegen, dass in meinem Terminkalender alle Präsenztermine gestrichen sind. Somit bin ich absolut frei, meine Zeit für Arbeit und Freizeit selbst einzuteilen.

Leila Cehajic: Sind die eigenen Erfahrungen auch der Grund, die Flexibilisierung der Arbeitszeiten in der GFA weiter voranzutreiben?

Sandra Wust: Natürlich möchte ich auch meinen Mitarbeitenden ein Stück der Freiheiten gewähren, die mir aufgrund meiner Position zu Gute kommen. Allerdings möchte ich nie allein von mir ausgehen. Ich finde es wichtiger, zuzuhören, was die Mitarbeitenden brauchen und wollen. Daher haben wir dem Thema Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung einen großen Raum in unserer Mitarbeiterbefragung gegeben und so den Bedarf bei den Mitarbeitenden abgefragt und deren Meinungen erfahren.

Leila Cehajic: Nun wurden wir Angestellte über die Einführung einer Vertrauensarbeitszeit informiert.

Sandra Wust: Ja. Damit ist es jedem Mitarbeitenden innerhalb eines bestimmten Rahmens freigestellt, wann er seine Stunden gemäß vereinbarter Wochenarbeitszeit leistet. Dieser Rahmen beträgt in der GFA täglich 13 Stunden. Das heißt, der eine kann morgens noch sein Kind in die Kita bringen, der andere kann bereits um 7 Uhr anfangen und dafür früh wieder gehen. Für Vollzeitkräfte gibt es eine Kernarbeitszeit zwischen 9 und 14 Uhr; für Teilzeitbeschäftigte anteilig im Verhältnis zu ihrer geringeren Arbeitszeit.

Leila Cehajic: Die Vorteile für uns Mitarbeitende liegen auf der Hand. Ich muss sagen, dass ich als Mutter von drei kleinen Kindern diese Flexibilität überaus zu schätzen weiß, denn nur so ist der Spagat zwischen Beruf und Familienleben gut zu schaffen. Ich bin wirklich sehr dankbar, in so einem familienfreundlichen Unternehmen arbeiten zu dürfen. Aber gibt es auch Vorteile für die GFA?

Sandra Wust: Nun ja, als Geschäftsführerin der GFA möchte ich mit der GFA ein Umfeld schaffen, in dem wir alle nicht nur unseren Job machen, sondern dass jeder Einzelne Dinge tut, in denen er einen Sinn sieht, für die er die größtmögliche innere Motivation mitbringt und sich entfalten kann. Mehr Freiheiten durch Vertrauensarbeitszeit und dadurch eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit leisten hierzu einen Beitrag. Im Übrigen hat auch die GFA mehr davon, wenn jemand länger bleibt, wenn viel zu tun ist. Und analog macht es Sinn, wenn jemand früher Feierabend macht an Tagen, wenn wenig los ist.

Leila Cehajic: In unserer Mitarbeiterbefragung gab es auch eine kritische Stimme, die die gute alte Stechuhr bevorzugt hätte.

Sandra Wust: Die Stechuhr ist für mich keine Alternative. Auch sie misst keine Arbeitszeiten, sondern nur Anwesenheitszeiten.

Leila Cehajic: Warum müssen dann Arbeitszeiten überhaupt erfasst werden?

Sandra Wust: Das ist einmal notwendig, da der Europäische Gerichtshof 2019 entschieden hat, dass die Arbeitszeiten von Angestellten erfasst werden müssen. Zum anderen finde ich es aber auch für die Mitarbeitenden sinnvoll, um den Überblick nicht zu verlieren. Schließlich liegt es in der Eigenverantwortung der Angestellten, so zu arbeiten, dass sie im Durchschnitt auf Ihre vertraglich vereinbarte Arbeitszeit kommen. Wir haben uns hier grundsätzlich an das Arbeitszeitgesetz angelehnt, nach dem man 6 Kalendermonate Zeit hat, angesammelte Mehrarbeit wieder auszugleichen.

Leila Cehajic: Darf man auch ganze Tage frei machen, wenn man genug Zeitguthaben hat?

Sandra Wust: Nein, das würde unserer Meinung nach falsche Anreize schaffen. Und wäre bei uns in vielen Bereichen nur sehr schwer möglich. Im Geschäftsbereich arbeitsmarktpolitische Maßnahmen beispielsweise arbeiten wir im Auftrag Öffentlicher Arbeitgeber, die eine starre Anwesenheit verlangen. Unsere dort eingesetzten Fachkräfte, die aufgrund ihrer besonderen Expertise nicht so leicht zu vertreten sind, müssten analog den Vorgaben an solchen Gleittagen ersetzt werden, was uns – über die übliche Urlaubs- und Krankheitsvertretung hinaus – Probleme bereiten würde.

Leila Cehajic: Einige Unternehmen experimentieren schon mit Modellen wie kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Gehalt, zum Beispiel die 4-Tagewoche.

Sandra Wust: Das halte ich nicht für verallgemeinerbar. Wenn ein Unternehmen die Arbeitszeit reduziert und erlangt die gleiche Produktivität wie vorher, dann müssen die Mitarbeitenden doch vorher Leerlauf gehabt haben.