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Christina Bube: Sich selbst und andere wertschätzen

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Aus einer Familie von Bäckern kommend, lag eine Ausbildung als Konditorin für Christina „Ina“ Bube nahe. Zumal sie nach der Schule zu jung war, um die von ihr gewünschte Ausbildung im Sozialbereich zu beginnen. Während ihrer Ausbildung als Konditorin wurde bei ihr allerdings eine Mehlstauballergie festgestellt. Die gebürtige Fränkin hat die Ausbildung trotzdem noch mit Handschuhen und Allergiemedikamenten abgeschlossen. Danach folgten diverse Jobs: unter anderem in einer Galerie, auf dem Weihnachtsmarkt und bei einer Modekette. Als sie dann arbeitslos war, hieß es beim Jobcenter in Idar-Oberstein, sie solle sich doch in Richtung Verkauf orientieren. Das lehnte sie vehement ab. Sie beharrte darauf, im sozialen Bereich arbeiten zu wollen. Nicht immer einfach diese Zeit. So wurde sie etwa von einem Passanten beim Verlassen des Jobcenters als Sozialschmarotzer beschimpft. Ihr war es jedoch stets wichtig, andere und sich selbst wertschätzend zu behandeln. Letzteres mit schwer-“wiegenden“ Folgen.

Der Traum vom Arbeiten im sozialen Bereich

Eigentlich ist die Voraussetzung für eine Weiterbildung zum Arbeitspädagogen (m/w/divers), neben einer abgeschlossenen staatlich anerkannten Ausbildung, eine entsprechende Berufserfahrung. Über letztere verfügte Christina Bube zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Trotzdem machte eine engagierte Jobcenter-Mitarbeiterin das Unmögliche möglich: Christina Bube konnte eine Weiterbildung zur Arbeitspädagogin beginnen.

Sie war über diese Chance, die ihr die Betreuerin beim Jobcenter ermöglicht hatte und die Wertschätzung, extrem dankbar. Gleichzeitig konnte sie nicht verstehen, wenn andere Teilnehmer sich beschwerten, weil sie nicht am gleichen Tag einen Termin beim Jobcenter bekamen, sondern erst am Nächsten. Sie fand, die Teilnehmer sollten doch froh sein, dass sie so schnell einen Termin bekommen hatten und nicht erst später. Schließlich hat die Betreuerin des Jobcenters sich um sehr viele Kunden zu kümmern. Das Gegenüber verstehen – Wertschätzung erfahren und entgegen bringen, das ist für Christina Bube wichtig.

In der Weiterbildung angekommen, sah sie in einer ihrer dortigen Ausbilderinnen direkt ein Vorbild. Als eine Person, die sich in Strukturen wohl fühlt, die Strukturen als Vereinfachung empfindet, konnte sie sich in der strukturierten Arbeitsweise ihrer Ausbilderin auf Anhieb wiederfinden. Christina Bube liebt es, Listen zu schreiben und Pläne zu machen. So geht Sie immer mit einem Einkaufszettel einkaufen oder mit einem genauen Budget auf die Tattoo-Convention, um sich ein neues Tattoo stechen zu lassen.

Aller Anfang ist schwer

Im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Arbeitspädagogin wurden verschiedenste Themen behandelt: von Gruppenleitung, Psychologie, Sonderpädagogik über Medizin und Recht bis hin zu Qualitätsmanagement. Alles mit dem Ziel, später selbstständig Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen in die Arbeitswelt integrieren zu können. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zeigt sich jedoch, die eigene (erneute) Integration ins Arbeitsleben ist gar nicht so leicht. Eine Stelle war erst einmal nicht in Sicht.

Von der Maßnahme-Teilnehmerin zur GFA-Mitarbeiterin

So wurde Christina Bube Teilnehmerin der Maßnahme „Vermittlungszentrum“ bei der GFA in Idar-Oberstein. Ihre nette Art, die Hilfsbereitschaft gegenüber den anderen Teilnehmern sowie ihre Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit blieben dort nicht lange unentdeckt. Zusammen mit dem Wunsch, im sozialen Bereich zu arbeiten, entstand so die Idee, ein im Rahmen der Maßnahme vorgesehenes Praktikum im Geschäftsbereich Personalentwicklung der GFA in Bad Kreuznach zu absolvieren. Daraus entstand ein Arbeitsvertrag.

Die eigenen Erfahrungen einsetzen, um die Träume anderer zu unterstützen

Christina Bube hatte in ihrem Lebens(ver)lauf Menschen, die sich für sie und ihre Weiterentwicklung eingesetzt haben und die es ihr ermöglicht haben, dass sich Türen für sie geöffnet haben. Nun will sie als Mitarbeiterin im Bereich Personalentwicklung der GFA selbst diese Aufgabe übernehmen. Christina Bube wird zuerst Dozentin in einer fünfwöchigen EDV-Maßnahme und dann in einer Maßnahme zur Berufspraktischen „HOGA“- Weiterbildung im Bereich Küche, Service und Housekeeping eingesetzt.

Ihren eigenen Lebens(ver)lauf sieht sie dafür als Stärke. Sie empfindet es als authentischer, sieht es als Möglichkeit, Menschen zu motivieren und anzupacken, da sie aus ihrem eigenen Leben berichten kann und nicht nur theoretische Kenntnisse weitergibt. Ihr wurde mit Achtung begegnet. Ebenso hat sie auch versucht, sich selbst und ihrem Körper Wertschätzung entgegenzubringen. So hat die begeisterte Roman-Leserin 2012 beschlossen, abzunehmen und hat durch schlichtes weniger essen und ein bisschen Sport bereits 60 kg abgenommen. Sie meditiert jede Woche mindestens einmal, um in dieser Zeit für sich selbst zu sein. Außerdem reflektiert sie sich viel selbst und weiß, es geht noch besser. Noch etwas abnehmen oder sich den Traum zu erfüllen, einmal in Alaska an die Beringsee zu reisen, um die Wale vorbeiziehen zu sehen. Aktuell hat sie aber ihren großen beruflichen Traum verwirklicht: Sie arbeitet im sozialen Bereich. Mit ihren bisherigen Erfahrungen will sie nun anderen helfen, deren Ziele zu erreichen. Und raten Sie mal, wie sie dieses Ziel angeht! Sie schreibt Pläne: Tagespläne, Wochenpläne und Monatspläne für Ihre erste Maßnahme.

Mehr zum Beruf der Arbeitspädagogin/ dem Arbeitspädagogen finden Sie im BERUFENET der Arbeitsagentur