Was suchen Sie?

Constantin Prinz zu Salm-Salm über die Parallelen von Rugby und Geschäftsleben

#lebensverläufe

Viele würden Constantin Prinz zu Salm-Salm sicherlich beneiden: Der geschäftsführende Gesellschafter der Salm-Salm und Partner GmbH in Wallhausen bei Bad Kreuznach hatte noch nie in seinem Leben ein Vorstellungsgespräch. Da die GFA für das Unternehmen im Rahmen der Personalberatung das Recruiting übernimmt, fühlte er sich bei den Fragen für diesen Blog-Beitrag etwas wie in einem Vorstellungsgespräch. In seinem „ersten, wenn auch unechten Job-Interview“ haben wir darüber gesprochen, welche Bedeutung das Erkennen individueller Stärken hat und was er im Rugby für das Geschäftsleben gelernt hat.

Nur wer für etwas brennt, macht es gut

Nach Schule, Bundewehr und Studium ist er direkt ins Familiengeschäft – Weinbau und Vermögensverwaltung - eingestiegen. Bei seinen Berufsanfängen im Weinbau hat er die komplette Wertschöpfungskette vom Anbau, über die Produktion und Vermarktung aus erster Hand kennen gelernt. Weinbau, das war langfristig nichts für ihn. Er hat nicht genug dafür gebrannt. Folglich war für ihn klar, dass er darin nie so gut sein würde, wie die, deren Herz ausnahmslos für den Weinbau schlägt. Diese Erfahrungen in Bezug auf den ganzheitlichen Prozess im Weinbau kommen ihm allerdings heute zu Gute, wenn er in der Vermögensverwaltung Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle analysiert. Er liebt es, sich in Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen rein zu denken, zu verstehen, wie sie funktionieren und dann zu investieren. Das ist der eine Teil seines Jobs: Portfoliomanagement bei Salm-Salm und Partner. Hinzu kommen die Aufgaben als Geschäftsführer.

Auf der Jagd nach guten Ideen

Er denkt sehr analytisch und ist entscheidungsfreudig. Constantin Prinz zu Salm-Salm urteilt schnell, da liegt die Gefahr eines Schubladendenkens nahe, aber dann revidiert er lieber. Der passionierte Jäger wartet auf seine Chance. Sobald er eine gute Geschäftsopportunität „wittert“ ist er wach. Eine Idee ist für ihn gut, wenn sie zum Geschäftsmodell passt, skalierbar ist und seinen Werten entspricht. Letztes bedeutet, er darf nicht rot werden, wenn er davon erzählt. Bei allem „Brennen für gute Geschäftsideen“ tickt er am Ende des Tages jedoch eher konservativ. Aus diesem Grund wäre die Start-up Szene auch nichts für den fünffachen Vater. Etwas Aufzubauen, um es dann abzustoßen oder womöglich das Geld von Dritten zu verlieren entspricht nicht seinen Wertvorstellungen. Salm-Salm und Partner kommt von der Wandelanleihen-Seite, das heißt es geht eher um Fehlervermeidung, um Langfristigkeit.

Fokus auf die eigenen Talente und Vertrauen in die Stärken Anderer

Enorm geprägt wurde Prinz Constantin durch seinen Internatsaufenthalt in England. Zwar konnte er kein Englisch als er ankam, aber es wurde auch nicht darauf geschaut, was jemand nicht kann. Die Tatsache, dass stattdessen auf die individuellen Stärken des Einzelnen fokussiert wurde, hat ihn nachhaltig beeinflusst. In England auf dem Internat begann er zudem mit 13 Jahren Rugby zu spielen. Dort treffen, wie bei keiner anderen Sportart, die ihm bekannt ist, die verschiedensten Menschen mit den unterschiedlichsten Stärken aufeinander: Intelligente, weniger Intelligente, Schwere, Leichte, Kleine, Große, Sprinter, ….

Constantin Salm hat auf der Position „Second Row“ gespielt. In dieser Rolle schießt man nie ein Tor, man wehrt auch nicht ab, sondern wird von den Mitspielern hochgehoben und muss den Ball fangen. Folglich muss man sich auf sein Team verlassen. Alleine ist man im Rugby nichts. Der einzelne Spieler geht unter, wenn er nicht permanent von seinen Teamkameraden unterstützt wird. Außerdem beinhaltet die Position Second Row ein sich ständiges Prügeln um den Ball. Man muss einstecken können. Das waren bei ihm auch mal blaue Augen oder eine gebrochene Nase. Rugby ist hart, aber fair. Wenn der Schiedsrichter pfeift gibt es keine Diskussion. Das Spiel hat klare Regeln. Wer sich nicht daran hält, der gefährdet seinen Gegner.

Respekt vor dem Gegenüber ist jedoch ein Muss – beim Rugby, wie auch auf den Finanzmärkten. Was aufgrund der Anonymität für viele Player an den Finanzmärkten in Vergessenheit gerät, die Achtung vor dem Kunden, ist für Prinz Constantin Grundlage eines jeden Geschäfts. Für ihn gilt, ein Geschäft muss für beide Seiten gut sein.

Rugby spielen - eine Lehre fürs (Geschäfts-)Leben

Spielen nach klaren Regeln mit Respekt für sein Gegenüber. Das prägt auch seine heutige Arbeit an den Finanzmärkten. Ebenso wie ein tiefes Verständnis dafür, dass er seinen Mitarbeitern vertrauen können muss und die Person mit den entsprechenden Stärken auf die passende Position im Unternehmen sollte. Es schmerzt ihn, wenn er als Chef feststellt, dass jemand auf der falschen Stelle ist und folglich nicht alles aus sich rausholen kann.

Eigene Stärken zu erkennen und folglich die Position auf dem Spielfeld des Lebens zu entdecken, in der man seine Berufung findet. Das war und ist für Prinz Constantin zu Salm-Salm enorm wichtig und das wünscht er auch Anderen.

Weitere Themen

Der Mensch im Mittelpunkt – Klaus Ohnesorge im Mittelpunkt

Zuerst einmal stand für den Inhaber der Anwaltskanzlei Ohnesorge in Emmelshausen und externen Dozent bei der GFA, Klaus Ohnesorge, der Mensch nicht im Mittelpunkt. Nach dem Abitur studierte er für ein halbes Jahr Volkswirtschaftslehre. Das war ihm jedoch schnell zu viel Mathe. Kein Wunder, ein „blauer“ Typ ist er so gar nicht. „Blau“, das steht in dem Insights-Persönlichkeits-Test für die Charakter-Eigenschaften vorsichtig, genau, besonnen, hinterfragend und korrekt. So ist heute sein Team in der Kanzlei und hält ihm damit den Rücken frei. Nach der Insights-Diagnostik ist er eine „rote“ und „gelbe“ Persönlichkeit, aber dazu später mehr.

Die Oma der Kompanie

„Oma der Kompanie“ hat Gabi sich zu Anfang unseres Gespräches selbst betitelt – und gleich darauf ein verwundertes und sehr erfreutes, „und dass ich in dem Alter noch eingestellt wurde“, nachgeschoben. Warum sie das so sehr freut, wird im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich.

Handballer bringen Soft-Skills mit in die Arbeitswelt

Wir haben uns mit Laszlo Gilanyi von der HSG Kastellaun/Simmern darüber unterhalten, welche Soft-Skills einen guten Handballer ausmachen, wie sich Frauen- und Männerteams unterscheiden und wie Führung für ihn in seiner aktiven Zeit als Trainer aussah.

Leo De Sousa – ein Gespräch über Grenzen

Da Leo De Sousa sich im Interview nicht selbst beschreiben will, hat er seine Fußballjungs gefragt. Die D-Jugend des JFV sagt über ihren Trainer...